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Meldung vom 06.04.2006

Baum des Jahres 2006 – Populus nigra L. (Schwarzpappel)

Die Schwarzpappel gehört zur Gattung Populus (weltweit etwa 40 Arten) und wird der Familie der Weidengewächse (Salicaceae) zugeordnet. Bis in die Kreidezeit kann ihr Vorkommen in der nördlichen Hemisphäre nachgewiesen werden.


1 Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von P. nigra erstreckt sich von der iberischen Halbinsel über Mittel-, Südost- und Südeuropa sowie Nordafrika, Kleinasien und bis über den Ural hinaus. Ausgenommen sind die küstennahen Bereiche von Nordfrankreich bis zum Baltikum.
Ob das Niederrheingebiet und das Tal der Weser zum natürlichen Verbreitungsgebiet gehörte ist noch nicht geklärt.
Vergesellschaftet mit Silberweiden und verschiedenen Strauchweidenarten, sowie gelegentlich mit Silberpappeln besiedelt sie die Weichholzzone der Auen.


2 Standortansprüche
Die Schwarzpappel verträgt neben den Weidenarten jährliche Überschwemmungen mit Ablagerungen von Schlick oder sandig-kiesigem Material am besten. Sie kann zu den typischen Pionierbaumarten gezählt werden.
Der Wasser- und Nährstoffbedarf ist hoch, wie ihn natürliche Flussauen gewährleisten. Bevorzugt werden gut durchlüftete Kies- und Sandböden möglichst mit Grundwasseranschluss. Die Wurzeln können sehr weit streichen und auch in die Tiefe gehen. In der Masse bleiben sie allerdings flach und gehen nicht unter die mittlere Grundwasserlinie. Zur Uferbefestigung ist sie daher nicht geeignet. Außerdem verlangt Populus nigra viel Licht und Wärme. Die Schwarzpappel besitzt eine lichtbedürftige Krone, die bei Beschattung oder Seitendruck schnell verkümmert und kaum regenerationsfähig ist.


3 Morphologie
Die reinrassige Schwarzpappel ist ein starkwüchsiger Baum von durchaus großen Dimensionen. Weitausladende Äste und ihr knorriges Erscheinungsbilderinnern aus der Ferne an Solitäreichen.
Durchschnittlich wird Populus nigra 100 bis 150 Jahre alt. Einzelexemplare erreichen bis 300 Jahre. Eine Höhe von bis zu 35 m und Stammdurchmesser von 2 m sind erreichbar.
Die Rinde ist sehr dunkel – Populus nigra -; bei älteren Bäumen netzartig verwoben und entwickelt sich im Alter zu einer rauen, dicken Borke. Beachtenswert sind auch die Maserknollen mit besenartigen Wasserreisern.
Die Knospen sind ockerfarben-hellbraun bis braunrot und liegen am Zweig an, weisen aber häufig mit der Spitze vom Zweig weg. Die Endknospen sind auffallend dick. Der Blattstiel ist seitlich zusammengedrückt und besitzt keine Drüsen am Blattgrund. Die Blätter sind dreieckig bis rautenförmig mit einer langgezogenen Blattspitze. Allerdings variieren die Blätter auch an ein und demselben Baum. Das erste Hauptadernnebenpaar am Blattgrund ist gegenständig und verläuft unmittelbar aus dem Blattspreitenpunkt.
Pappeln sind zweihäusig, also entweder sind männliche oder weibliche Blüten an einem Baum vorhanden. Die wolligen Samen erscheinen ab Mai/Juni. Der sogenannte „Pappelschnee“ ist auf Grüns durchaus als störend zu bezeichnen. Nach etwa zwei bis drei Tagen verliert der Samen seine Keimfähigkeit. Die Fruchtkapseln sind etwa sechs Millimeter groß und springen zweiklappig auf. Das Samenkorn wird durch die hervorquellende Wolle durch die Luft transportiert. Erst bei Vollreife löst sich das Korn von der Wolle. Gelangt es auf bewachsenen Grund, erreicht der Same nicht den Boden und vergeht. Aufgrund fehlender Schwemmland-Böden durch die Vernichtung der Flussauen wird die Vermehrung über Samen in der Natur zunehmend problematisch. Daher vermehren sich Schwarzpappeln vornehmlich vegetativ durch Stockausschläge, Wurzelbrut oder über den Ausstrieb abgebrochener Äste.


4 Gründe für die Gefährdung der Schwarzpappel
Als die beiden ursächlichen Gründe für die Einstufung der Schwarzpappel als vom Aussterben bedrohte Baumart sind zu nennen:

- - Flussregulierungen, Eindeichungen, Trockenlegungen und die Absenkung des Grundwassers sowie der damit verbundene Rückgang der ursprünglichen Standorte (Weichholzauen), durch eine Ausweitung der Landnutzung
- - Noch problematischer hat sich die starke Verbreitung von Pappelhybriden seit Beginn des 19. Jahrhunderts ausgewirkt. Hier wurde die einheimische Populus nigra mit der nordamerikanischen Populus deltoides gekreuzt. Diese Hybriden versprachen ein zügigeres Wachstum und eine verbesserte Holzqualität.

Oliver Heyne


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